Der Erfinder des Prinzips der atmosphärischen Kolbendampfmaschine und des Dampfschiff-Antriebes

Denis Papin kln

In der Tat wurde das Prinzip der atmosphärischen Kolbendampfmaschine, der „Wärme-Kraftmaschine“ („Wasser durch Feuer heben“), bereits 1690 durch den französischen Hugenotten und Naturforscher Denis Papin in Marburg an der Lahn entdeckt. Er baute ein funktionsfähiges Modell nach seinem Prinzip, doch blieb letztendlich seiner Entdeckung die gebührende Anerkennung versagt. Charles Richard Weld, Autor der „History of the Royal Society with Memoirs of the Presidents”, Volume the First, London 1848, urteilte darüber:

“This invention is highly creditable to Papin, and though much remained to perfect the engine, yet the philosophical principle is pointed out” (”Diese Erfindung gebührt höchst glaubwürdig Papin, und obwohl vieles verblieb, um die Maschine zu perfektionieren, wurde doch das philosophische Prinzip herausgestellt”). Wintzer berichtete dazu 1898:

„...1690 ist auch das Jahr, in welchem er die Dampfmaschine erfunden hat, wodurch sein Name unsterblich geworden ist… Papin ist der Erste gewesen, der auf Grund der Entdeckungen, die namentlich Torricelli, Pascal, Otto von Guericke, Huygens und Boyle über den Luftdruck gemacht hatten, erkannte, dass der Wasserdampf ein einfaches und vorzügliches Mittel sei, um grosse luftleere Räume durch Condensation herbeizuführen und vermittels derselben die gewaltige Kraft der darüber befindlichen atmosphärischen Luft nutzbar zu machen… So hat er 1690 die erste atmosphärische Maschine hergestellt, deren Grundform sofort der Cylinder und der darin auf- und abgehende Kolben bildet.“

Geplanter Erscheinungstermin Ende 2022. Wegen der Pandemie hatten fast alle relevanten europäischen Groß-Archive (Staats-, Landes-, Universitäts- und Stadtarchive) über ein Jahr geschlossen.

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Denis Papin kln

James Watt kam 1769 - mithin 79 Jahre nach Denis Papin - das Verdienst zu, vor allem durch Verlagerung des Kondensationsprozesses aus dem Papin’schen Zylinder heraus in einen separaten „Kondensator“ sowohl den Wirkungsgrad der Newcomen-Dampfmaschine von 1712 deutlich zu erhöhen, als auch eine Ersparnis an Steinkohle von über 60 Prozent zu erreichen.

In vielleicht noch umfassenderem Sinn gilt diese Feststellung auch für Papins Erfindung des Dampfschiff-Antriebes von 1706 in Kassel. Auch hier sind die Namen anderer Erfinder und Konstrukteure im allgemeinen Gedächtnis geblieben – der Engländer Jonathan Hulls (1736), Franzose Jouffroy d'Abbans (1776), die Schotten Miller, Taylor und Symington (1789) und der Amerikaner Fulton (1807), während die Leistung Papins auf diesem Gebiet weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Lotze beurteilte diese 1878 u. a. wie folgt:

„Diese Maschine wurde im Kleinen von Papin versucht, sie war ohne allen Zweifel sehr unvollkommen; aber der Gedanke war doch ganz die Mutter der bis jetzt zu Tage geförderten Werke. Er selbst legte diese Maschine auf einer Schiffswerft in Cassel an und den Winter 1704 wurden damit schon Experimente auf diese Weise durch die Ausdehnung des Dampfes gemacht…

Papin erwähnte mehrere Dienste, welche er sich von dieser von ihm erfundenen neuen Kraft verspricht. Unter anderem ein Schiff gegen den Wind zu dirigiren; eine Bewegungskraft durch Räder, die dem Gebrauche der gewöhnlichen Ruder, um ein Schiff auf dem Meere zu bewegen, vorzuziehen sind u. s. w. – Zuletzt würde ein einziger Ofen mit einem mittelmäßigen Feuer hinreichen, um alle Pumpenstangen in Bewegung zu setzen… und wir können nur hinzufügen, daß er der Erste war,… der mehr denn 100 Jahre früher als Fulton die Bewegkraft des Dampfes bei der Schiffahrt anwandte“.

Hochdruckdampfpumpe von Denis Papin 1724Beide Erfindungen Papins, die atmosphärische Kolbendampfmaschine und der Dampfschiff-Antrieb, geschahen also schon an der Schwelle des 17. zum 18. Jahrhundert in Deutschland, und nicht etwa im 18. und 19. Jahrhundert in England und den USA.

„…so hat Kassel die Ehre, die erste Stadt der Welt zu seyn, welche einen Versuch dieser Art gesehen, und die Fulda ist demnach der erste Fluß, der auf seinem Rücken ein, wiewohl verunglücktes, Dampfschiff getragen hat“.

„Das widrige Geschick, mit welchem Papin den größten Theil seines Lebens hindurch zu ringen hatte, war durch seinen Tod noch nicht gesühnt. Seine Leistungen, die man überhaupt nicht recht zu würdigen gewußt hatte, waren rasch vergessen, umso besser hafteten einige gelegentlich über ihn ausgesprochene tadelnde Urtheile, und so ist es gekommen, daß Papin bis zum heutigen Tage noch zu den bestverkannten Männern der Geschichte der Physik und Technik gehört.“  

Gegenstand dieser Darstellung wird zunächst Denis Papin selbst sein, dann die Frage nach den Gründen der bis heute üblichen Zuschreibung seiner in der Tat weltbewegenden Leistung der Erfindung einer Wärmekraftmaschine an die bereits genannten drei Engländer und schließlich seine Erfindung des Dampfschiff-Antriebes.

Vorwort

Das Handbuch über Wetzlar,
durchgehend dreisprachig

Porezag Karsten:
Wetzlar, Porträt einer liebenswerten Stadt
Wetzlar 2004

Gebundene Ausgabe, 400 Seiten,
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Format 13 x 19 cm,
Serviceteil mit wichtigen Adressen
Nur 14,80 Euro

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Hensold1

Band I

Anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums wird die wechselvolle Geschichte des bis heute außerordentlich erfolgreichen Wetzlarer Unternehmens in einem dreibändigen Werk nachgezeichnet. Dieser Band beschriebt den Mechaniker und Optiker Moritz Hensoldt, wie er seine erste Werkstätte 852 in der Spielzeugstadt Sonneberg im Herzogtum Sachsen-Meiningen eröffnet. In Teilhaberschaft mit seinem Freund Carl Kellner - in Sonneberg und Wetzlar - sowie nach seinem vierjährigen Aufenthalts in Sankt Georgen bei Braunfels ließ er sich 1865, bis zu seinem Tod im Jahr 1903, endgültig in Wetzlar nieder.

Die wissenschaftliche Analyse der mathematischen, optischen und technischen Möglichkeiten deutscher optischer Werkstätten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte zu bemerkenswerten Erkenntnissen, die hier eingehend behandelt werden.

Porezag, Karsten:
Hensoldt
Geschichte eines optischen Werkes in Wetzlar
Band 1: Familien- und Gründungsgeschichte bis 1903
Wetzlar 2001

Gehobene Ausführung, 448 Seiten
140 Farb-Abbildungen, 44 Schwarzweiß-Abbildungen,
umfangreicher Anhang
35,80 Euro

ISBN 3-9807950-0-4

Restbestände vorhanden

Hensoldt Band II und III

Porezag, Karsten
Hensoldt
Geschichte eines optischen Werkes in Wetzlar

Band 2: Vom Familienbetrieb zum Industrieunternehmen 1904 - 1945

Band 3: Aufschwung und Prosperität 1945 bis heute

Trotz umfangreicher Vorarbeiten konnten die Bände II und III der Hensoldt-Geschichte nicht mehr realisiert werden, da die Hensoldt AG ihre einstige Zusage zur Übernahme der Druck- und sonstigen Gestellungskosten aus strategischen und finanziellen Erwägungen zurückgezogen hat (die Arbeit des Autors erfolgte unentgeltlich).

KellnerDiese Arbeit beschreibt erstmals das wechselvolle Schicksal der Familie des Begründers der optisch-feinmechanischen Industrie Wetzlars, Carl Kellner. Es ist eine umfassende Darstellung der Wetzlarer Gründerjahre im Kontext der Stadt- und Rechtsgeschichte bis zur endgültigen Übernahme des optischen Instituts durch Ernst Leitz um 1870.

Porezag, Karsten:
Die Wetzlarer Familie Carl Kellner und das optische Institut
in:
Mitteilungen des Wetzlarer Geschichtsvereins, 
Wetzlar 2004

118 Seiten
Geheftete Ausgabe
erhältlich im Historischen Archiv der Stadt Wetzlar
Hausergasse
30,00 Euro

 

 

 

Wetzlar1945Karsten Porezag und Diether Spieß schildern detailgetreu das dramatische Geschehen am Kriegsende in den Städten und Gemeinden des ehemaligen Altkreises Wetzlar - von Biskirchen bis Wißmar, von Oberlemp bis Hasselborn. Hier ist der Beweis dafür, wie es damals wirklich war.

Porezag, Karsten; Spieß, Diether:
Wetzlar 1945
Kriegesende und Neubeginn im Altkreis Wetzlar
Dokumentation
3. Auflage, Wetzlar 1998

Gebundene Ausgabe, 380 Seiten
222 Abbildungen, 432 Fußnoten

ISBN 3-926617-18-7

Vergriffen

 

 

 

LuftkriegWie die meisten deutschen Städte wurde auch Wetzlar in den letzten Kriegsjahren Opfer des alliierten Bobenhagels. Karsten Porezag, der Wetzlarer Historiker und Heimatforscher, hat über diese Schreckenszeit eine packende Dokumentation geschrieben. Wissenschaftlich erarbeitet und fachlich fundiert, zeichnet Porezag ein lebendiges Bild der damaligen Ereignisse in und um Wetzlar.

Porezag, Karsten:
Der Luftkrieg über Wetzlar
Luftkämpfe, Bombenangriffe und ihre Auswirkungen
Dokumentation
Wetzlar 2004

Gebundene Ausgabe, 220 Seiten
134 Abbildungen, 227 Fußnoten
3. Auflage 1996
12,50 Euro

ISBN 3-926617-15-2

Vergriffen

 

 

VorderKlein

Karsten Porezag befasst sich in diesem Buch mit Mythos und Fakten der Rettungsaktivitäten für deutsche Juden des Wetzlarer Unternehmers Ernst Leitz (1871-1956). Er wurde in den letzten Jahren weltweit als "zweiter Oskar Schindler" gefeiert. Der Autor untersucht quellengestützt, wie vielen jüdischen Emigranten Ernst Leitz geholfen hat, welche Mittel ihm zur Verfügung standen und wie groß Ernst Leitz' persönliche Gefährdung dabei war. Darüber hinaus kommt die Rolle des erst jetzt wiederentdeckten, nach New York emigrierten "Wohltäters von Wetzlar" Ludwig Seligmann (1890-1966) zur Sprache. Ein ausführliches Kapitel stellt jüdische Wetzlarer Emigranten in Kurzbiografien vor.

Porezag, Karsten:
Ernst Leitz aus Wetzlar und die Juden - Mythos und Fakten
Zur Emigration deutscher Juden 1933-1941
Berlin 2009

Broschiert, 184 Seiten, 61 Abbildungen, 487 Fußnoten
19,00 Euro

ISBN: 978-3-940938-23-7

Kommandosache

Fundiert beschreibt der Autor Hitlers "Vergeltungswaffen", die durch "umstürzend neue Eigenschaften" doch noch die Wende zugunsten der deutschen Kriegsführung herbeiführen sollten.
Hier ist der Beweis dafür, dass das Land an Lahn und Dill im zweiten Weltkrieg einen ganz besonderen Anteil an Planung, Bau, Erprobung und dem Einsatz von Hitlers "Vergeltungswaffen" hatte - weit mehr, als die Einheimischen bisher gewusst haben.
Dieses Buch schließt die Lücke in der Darstellung der dramatischen Geschehnisse um die letzten Tage des Einsatzes der V-Waffen.

Porezag, Karsten:
Geheime Kommandosache
Geschichte der "V-Waffen" und geheimen Militäraktionen des Zweiten Weltkrieges an Lahn, Dill und im Westerwald
Dokumentation
2. Auflage, Wetzlar 1997

Gebundene Ausgabe, 488 Seiten
312 Abbildungen, 3 Situationskarten, Ortsregister, 705 Fußnoten
23,90 Euro, ISBN 3-926617-20-9

Vergriffen

ZwangsarbeitPorezag, Karsten:Zwangsarbeit in Wetzlar - Der "Ausländer-Einsatz" 1939-1945
Die Ausländerlager 1945-1949
Wetzlar 2002

Gebundene Ausgabe, 552 Seiten,
132 Farb-Abbildungen, 62 Schwarzweiß-Abbildungen,
1813 Fußnoten
umfangreicher Anhang mit Statistiken und Registern
33,00 Euro

ISBN 3-9807950-1-2